Pflegeanleitung und Tips zum Sch�rfen

Was ist nicht alles schon zu diesen Themen geschrieben worden. Ganze B�cher wurden von echten und
selbsternannten 'Experten' geschrieben und besch�ftigen sich seitenweise mit dieser
'geheimnisvollen Wissenschaft'.
Um es kurz und einfach zu machen: Weder ben�tigen sie ein Geodreieck um irgendwelche obskuren
Schliffwinkel umzusetzen - jede Messer-Sparte ben�tigt n�mlich sowieso einen anderen - noch ben�tigt
man wirklich irgendwelche Maschinen, die im ung�nstigsten Fall, dem unge�bten Laien das Messer
'versauen', weil zu viel W�rme auf die Klinge �bergehen kann.

Ein guter Wetzstein, Spucke, Wasser oder �l sowie ein wenig �bung und schon sollte es mit dem
schnellen Sch�rfen klappen. Voraussetzung ist allerdings auch immer die entsprechend Stahlqualit�t
des Messers, denn z.B. ein Stahl mit zu viel Chrom-Vanadium-Anteilen wird sich in der Regel etwas
schlechter sch�rfen lassen, als ein Kohlenstoffstahlmesser mit feinerer Gef�ge-Struktur.
Achten Sie bei der Wahl des Messers auch stets darauf, dass es nicht zu hart ist. Es ist keine Kunst
Stahl so zu h�rten, damit man damit Glas anritzen kann, aber wof�r bittesch�n ben�tigt man solch
ein hartes Messer und was noch viel wichtiger ist: womit schleife ich es als Kunde vern�nftig nach?
Ein gutes Messer weist ein ausgewogenes Verh�ltnis von H�rte und Z�higkeit auf.
Dadurch schneidet es gut und relativ lange und l�sst sich auch schnell und problemlos nachsch�rfen.
Die Z�higkeit gew�hrleistet auch eine gewisse Bruchsicherheit auch bei starker Belastung.
Also, man nehme eine guten Wetz- oder Schleifstein. Ich verwende am liebsten Diamantsch�rfer
medium die vorzugsweise mit Wasser w�hrend des Schleifvorgangs feucht gehalten werden.


Es gibt viele Anbieter hierzu, aber im Schneidwarenfachhandel ihres Vertrauens oder im Internet finden
Sie schon die entsprechenden Qualit�ten. Als Empfehlung: kaufen Sie keine allzu billigen Steine,
die halten erfahrungsgem�� von '12 bis mittags'.
Die mittlere Preislage bietet ein gutes Preis-Leistungs- Verh�ltnis auch f�r Anf�nger.
Diamantsch�rfer bieten mit ihrer industriediamanten-besetzten Chrom-Vanadium-Platte den Vorteil,
dass sie auch bei l�ngerem Gebrauch keine Schleif- und Wetzspuren aufweisen, die das Schliffergebnis
verschlechtern.

Legen Sie ihr Messer quer und flach auf den befeuchteten Schleifstein und winkeln Sie es ganz leicht an.
Nicht zu viel und nicht zu wenig. Zeigt die Schneide zu Ihnen, ziehen Sie das Messer zu sich.
Zeigt die Schneide weg vom K�rper, schieben Sie es weg von sich. Stellen Sie sich einfach vor,
dass die Schneide des Messers w�hrend der Benutzung 'rund' geworden ist und dass Sie nun die
Sch�rfe heraus modellieren indem Sie diese 'runden Ecken' wegschleifen,
um wieder eine spitz zulaufende Kante zu erzeugen.
Aufpassen mit den Fingern wenn Sie den Schleifstein in der Hand halten. Jedes Teil das �bersteht
kann durch die Klinge einfach 'weg gehobelt' werden. (Ich spreche da aus schmerzhafter Erfahrung!)

Nach dem Abziehen auf dem Stein kann das Messer zus�tzlich auch noch an einem St�ck Leder,
z.B. einem stabilen G�rtel, abgezogen werden. (In jedem guten Western wetzt so der Barbier
sein Rasiermesser). Diesen Vorgang bezeichnet der Fachmann als 'Honen'.
Durch diese Minipolitur wird der letzte Grat der an der Schneide sein k�nnte, genommen und zus�tzlich
wird sie noch ein wenig verdichtet. Normalerweise kann man fast jedes Messer auf diese Art und Weise sehr
z�gig und schnell rasiermesserscharf bekommen.
Beachten Sie bitte, dass Sie beim Honen die Klinge nun -anders als beim Schleifen auf dem Stein-
'mit dem G�rtel' abstreichen und nicht entgegen, sonst laufen Sie Gefahr das Leder zu zerschneiden.


Zu guter Letzt einen Tropfen Ballistol auf Klinge, Griff und Scheide. F�r die Lederpflege k�nnen
Sie �brigens auch statt einem teuren 'Spezialpflegeprodukt' hundsgew�hnliche g�nstige Hautpflegemittel
aus der Drogerie verwenden, denn alles was der Haut gut tut, wie z.B. Melkfett oder Vaseline,
ist in der Regel auch gut f�r Leder.
Niemals ein gutes Messer in den Geschirrsp�ler! Die unheilige Allianz aus hei�em Wasser
und Reinigungs-Salzen sind Gift f�r jede Schneide, speziell f�r die Klingen aus nicht rostfreiem Stahl.